Neues Löschfahrzeug LF20 KatS abgeholt

Am 2. August 2017 war es endlich so weit. 13 Kameraden der Feuerwehr Dürnau samt Kommandant Ralf Hänßler und Bürgermeister Magnus Wagner brachen früh morgens nach Giengen an der Brenz auf, um das lang ersehnte, neue Löschfahrzeug von der Firma Ziegler zu übernehmen und abzuholen.

 

Das neue LF20 KatS wird das über 41 Jahre alte Löschfahrzeug LF16 ersetzen. Die Ersatzbeschaffung  war dringend notwendig geworden, da es führ das alte Löschfahrzeug teilweise keine Ersatzteile mehr gibt. Das alte LF16 bleibt die nächsten Wochen noch im Einsatz, bis alle Kameradinnen und Kameraden der Feuerwehr Dürnau auf das neuen LF20 KatS eingeschult sind.

 

Die Fahrzeugübergabe bei der Firma Ziegler beinhaltete natürlich auch eine Einweisung in die Systeme und Technik des neuen Fahrzeugs. Nun gilt es, in vielen Extraschichten und Sonderübungen, teils auch an Samstagen und Sonntagen, das neue Fahrzeug kennenzulernen und sicherzustellen, dass die Bedienung in Fleisch und Blut übergeht, damit später im Einsatzfall alle Handgriffe sitzen. Das LF20 KatS wurde bewusst gewählt, da es zwar mit modernster Digitaltechnik ausgestattet ist, die aber von der Bedienung her recht simpel gehalten ist und ohne viel „Schnick Schnack“ auskommt. Das Fahrgestell ist ein Atego von Mercedes-Benz und der feuerwehrtechnische Aufbau kommt von der Firma Albert Ziegler in Giengen. Die Abkürzung KatS steht für Katastrophenschutz. Hierbei handelt es sich um ein Standardfahrzeug, welches normalerweise vom Bund für Katastrophenschutzzwecke beschafft wird. Die Feuerwehr Dürnau, so wie auch einige andere Feuerwehren im Landkreis, haben sich für dieses Serienfahrzeug entschieden, da es für die Gemeinde einige preisliche Vorteile bietet, ein Serienfahrzeug zu beschaffen.

 

Zusätzlich zur Serienausstattung wurden einige Extras beauftragt, die für den Einsatzzweck in Dürnau notwendig sind. So verfügt das Fahrzeug neben der standardmäßigen, vierteiligen Steckleiter auch über eine dreiteilige Schiebeleiter, da es in Dürnau Gebäude mit mehr als 2 Etagen gibt. Ferner wurde eine Wärmebildkamera mitbeschafft, die im Ernstfall hilft, Personen in dichtem Rauch schneller aufzufinden und damit die Überlebenschancen zu erhöhen. Um bei Brandeinsätzen Schäden zu minimieren, kann man mit der Kamera auch Glutnester und Brandherde aufspüren. In früheren Einsätzen musste eine Wärmebildkamera immer von der Feuerwehr Göppingen angefordert werden, was zu Zeitverlust führte.

 

Das Fahrzeug verfügt neben der festverbauten Feuerlösch-Kreiselpumpe im Fahrzeugheck (Förderleistung 2000l/min bei 10 bar) auch über eine tragbare Feuerlösch-Kreiselpumpe (Tragkraftspritze) mit einer Förderleistung von 1000l/min. Die Tragkraftspritze wird benötigt, um eine Wasserförderung über längere Wegstrecken zu gewährleisten, oder für die Wasserentnahme aus Löschteichen und offenen Gewässern, zu denen man mit dem Fahrzeug nicht nah genug hin gelangt. Ferner verfügt das Fahrzeug im Standard über einen LED-Lichtmast, der sich auf dem Dach befindet und über das Bordnetz des Fahrzeugs gespeist wird, um Einsatzstellen besser ausleuchten zu können. In der Vergangenheit musste immer umständlich ein Stativ mit Scheinwerfern durch 2-3 Kameraden aufgebaut werden, welches über ein Stromaggregat betrieben wurde. Mit der neuen Technik ist man nun schneller und bindet an der Einsatzstelle weniger Kameraden.

 

Mitbeschafft wurden auch ein neues Explosionswarngerät, da das alte, im Einsatz befindliche Gerät ebenfalls über 40 Jahre alt ist und nicht mehr dem Stand der Technik entspricht. Es wurden auch 2 CO Warngeräte mitbeschafft. Das Fahrzeug verfügt über eine Schaum-Turbospritze, die den schnellen Einsatz von Löschschaum ermöglicht. Schaum wird z.B. bei Fahrzeugbränden benötigt, dient aber auch zur besseren Brandbekämpfung bei tiefsitzenden Brandherden. Im Vergleich zum alten LF16, welches mit Holzsitzbänken ausgestattet ist, verfügt das neue LF20 KatS nun über Einzelsitze, mit Sicherheitsgurten. Pressluftatemgeräte sind nun in 2 Sitzen fest verbaut, so dass sich die Kameraden nun auch bei diesem Fahrzeug während der Anfahrt bereits mit Atemschutz ausrüsten können, um wertvolle Zeit zu sparen.

Um die Einsatz-Durchhaltefähigkeit der Kamerden zu erhöhen, verfügt das Fahrzeug nun auch über eine Klimaanlage, sowie eine Standheizung.

 

Die Feuerwehr Dürnau bedankt sich beim Gemeinderat, sowie bei Bürgermeister a.d. Buchmaier und Bürgermeister Wagner, sowie bei allen Kamerdinnen und Kameraden, die bei der Fahrzeugbeschaffung mitgewirkt haben. Mit der Neubeschaffung wurde der erste Schritt getan, die in die Jahre gekommene und teilweise stark veraltete Ausrüstung der Feuerwehr Dürnau zu modernisieren, um auch in der Zukunft die Einsatzbereitschaft und Leistungsfähigkeit der Feuerwehr für die Gemeinde Dürnau sicherzustellen.